Das Kloster Bubenbach

Die erste Siedlung war das Kloster BUBENBACH. Es soll nach älteren Überlieferungen von der Burgmannschaft der Reichsburg Boyneburg zwischen 1112-1120 als Mönchs- und Nonnenkloster gegründet worden sein. Die zur Burgmannschaft gehörenden Adelsfamilien von Boyneburg, von Hohnstein, von Cras, von Trott, von Buttlar, von Keudell, übernahmen den Schutz des Klosters und waren in der Gründerzeit an der Ausstattung des Klosters beteiligt. Dafür konnten die unverheirateten Adeligen Töchter in das Kloster eintreten, zumal sie noch reiche Mitgift einbrachten. ImageDas Kloster lag in der engen Talung dicht unter der Paßhöhe an der Wasserscheide zwischen Fulda und Werra, wo sich der alte historische Höhenweg, die "Sälzerstraße", mit der jüngeren Völker- und Herrenstraße aus dem Fuldatal über Bebra ins Sontraer Becken und weiter ins Werratal kreuzt. Das kleine Klösterchen war dem Schutzheiligen der Kaufleute, Nikolaus, geweiht. Ob das in alten Urkunden erwähnte Dorf BUBENRODE neben dem Kloster lag, ist nicht mehr nachweisbar. Der Metropolitan Schmincke aus Sontra, der 1867 erstmals in der Zeitschrift für hessische Geschichte und Landeskunde über die Geschichte des Klosters Bubenbach/Cornberg berichtete und später das Urkundenbuch des Klosters Cornberg herausgab, hat nach seinen Angaben bei einem Ortsbesuch des ehemaligen Klosterstandortes nahe dem jetzigen Forsthaus noch einzelne Mauerreste und einen ausgemauerten Brunnen der Klosteranlage gefunden.Urkundlich erstmals erwähnt wird das Kloster BUBENBACH 1230 als " novella platatio " (neue junge Pflanzung), die also erst kurz vorher erfolgt sein muss. Noch ältere Belege deuten darauf hin, dass dieses Kloster in unmittelbarer Nachbarschaft von Cornberg in einem umwaldeten Wiesengrund gestanden haben muss. In dieser ersten Urkunde unterwerfen der Probst Ekehardus und die Priorin Adelheid mit dem Convent der Sanctimonialen das bisher unabhängige Kloster BUBENBACH mit Gut und Leib auf ewige Zeit dem Abt Ludwig und dem Convent des Stifts und der Reichabtei Hersfeld. BUBENBACH war ein Benediktiner -Nonnen- Kloster, aber mit strengerer Ordnung als die Benediktiner-Damenstifte zu Kaufungen und Eschwege. Der Übergang des bisher selbständigen Klosters BUBENBACH geschah wohl nicht freiwillig, sondern auf Druck der mächtigen Abtei Hersfeld, die im Sontraer Raum, im Werratal und weiter im inneren Thüringens zahlreiche Besitzungen hatte, für die und zu denen das Kloster BUBENBACH am Passübergang der Stölzinger Höhe ein wichtiges Verbindungsglied war. Mit der Inbesitznahme des Klosters BUBENBACH gewann Hersfeld eine wichtige Straßenposition an der wichtigsten und ältesten hiesigen Fern- und Amtsstraße von der Reichsabtei über das gleichfalls hersfeldische Wanfried nach der Reichsstadt Mühlhausen. Auf Grund der Unterwerfungsurkunde von 1230 wurde das Kloster hinfort weitlich und geistlich von Hersfeld geleitet. Seine Pröbste sind als Prälaten von Hersfeld eingesetzt und wie alle Klosterleute dem Hersfelder Abt zu Gehorsam verpflichtet, der auch seine Zustimmung zu allen wichtigen Angelegenheiten geben musste.
ImageBis 1292 ist in den Urkunden nur immer vom Kloster BUBENBACH die Rede "nostrum monasterium" (unserem Kloster) wie es z.B. in einer Urkunde von 1271 heißt. 1296 erscheint erstmals der Name des Klosters "CORNBERG" in der Urkunde über den Kauf von zwei Gütern in Dens durch den Probst Wigand und die Priorinnen Lutgard von Hohnstein und Hildegard von Dankmarshausen. In einer Urkunde von 1307 wird das Kloster mit "KORENBERG" benannt. Die Verlegung des Klosters in die geschütztere wärmere und weitere Tallage am Cornberg muss also zwischen 1292 und 1296 unter der Regierung des Probstes Hartlibus erfolgt sein. Über die Gründe wird nichts berichtet. Mit welchen Gütern das Kloster BUBENBACH ursprünglich ausgestattet war, lässt sich nicht mehr nachweisen, doch scheinen sie sehr gering und der Klosterbau klein gewesen sein. BUBENBACH machte aber bedeutende Erwerbungen, was wohl eine Hauptveranlassung war, das Kloster stattlicher und geräumiger in das tiefer, wärmer und geschütztere Tal zu verlegen. Der behäbig und günstig gelegenere neue Standort CORNBERG zusammen mit Wanfried passte besser als Rastort zu dem dreitägigen, knapp 75 km langen Botenweg vom Sitz des Abtes in Hersfeld etwa bis Mühlhausen und auch größere Reisegruppen konnten dort übernachten. In BUBENBACH blieben ein Hof und zwei Fischteiche, die 1363 verpachtet wurden. Bis 1525 wurden neben der Nikolauskirche alljährlich zwei Märkte abgehalten, die 1525 von Landgrafen Philipp nach Sontra verlegt wurden. Damals wurde BUBENBACH als Wüstung bezeichnet. Zurück in BUBENBACH blieben auch die bisherigen Klosterheiligen St. Wigbert, Apostel Judas und der heilige Nikolaus, die aus dem Probstsiegel verschwanden. Denn das neue Gotteshaus in CORNBERG wurde der Himmelskönigin Marie geweiht, die nunmehr im Conventssiegel mit dem Jesuskind und der Umschrift "S. Convents S. Marie in Cornberg" erscheint. Obwohl das alte Kloster BUBENBACH durch zahlreiche Schenkungen und Erwerbungen seinen Besitz stark vergrößert hatte und auch das neue Kloster CORNBERG von allen Seiten unterstützt wurde, ging der Aufbau der neuen Klosteranlage über die finanziellen Kräfte des Klosters. Am Tage nach Marias Geburt 1297 erließ Probst Hartlieb, die Priorin Lutgards von Hohnstein und der ganze Convent in Cornberg einen Allmosen- Collektenbrief an alle Plebane, Vizeplebane und Rektoren der Kirchen mit einer Aufforderung an die Parochianen, dem in CORNBERG neu erreichten Klosterbau ("Monasterium sanctimonialium in CORNBERG de novo fundatum") reichliche Gaben zufließen zu lassen. Es war also ein Brandbrief, mit der Bitte um Spenden und Schenkungen für den neuen Kirchenbau. Bei den beschränkten finanziellen Möglichkeiten fiel der Bau vor 700 Jahren schlicht und einfach aus, ohne architektonischen Schmuck, wie heute noch zu erkennen ist.

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Standortdaten

Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Hersfeld-Rotenburg
Höhe: 254 - 485 m ü. NN
Fläche: 23,36 km²
Einwohner: 1.600
Gemeinde: 3 Ortsteile
Dichte: 65 Einwohner je km²

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Am Markt 8
36219 Cornberg

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